Nasrin Sotoudeh zu 11 Jahren Gefängnis und zu 20 Jahren Berufs- und Ausreiseverbot verurteilt

Human Rights International (HRI) stellt mit Bedauern und Unverständnis fest, dass alle Appelle für Nasrin Sotoudeh von den iranischen Behörden ignoriert wurden. Das drakonische Urteil gegen die bekannte Menschenrechtsverteidigerin und HRI-Preisträgerin verletzt fundamentale Rechte der UN-Menschenrechtserklärung und anderer internationaler Abkommen.
   Am 4. September 2010 wurde die bekannte iranische Anwältin und Menschenrechtsverteidigerin, NASRIN SOTOUDEH, vor Gericht geladen, ohne Rechtsbeistand verhört und festgenommen. Bis zum Gerichtsurteil saß sie im Teheraner Evin-Gefängnis in Einzelhaft. Am 22. September begann sie einen 27-tägigen Hungerstreik, um gegen ihre Haftbedingungen zu protestieren. Als ihr Mann, Reza Khandan, sie schließlich besuchen durfte, sagte er: “Ich habe meine Frau fast nicht wiedererkannt, sie wirkte sehr geschwächt und gesundheitlich angeschlagen”.  Am 8. Jänner 2011 wurde Nasrin Sotoudeh von der Sektion 26 des Revolutionsgerichts in Teheran unter dem Vorsitz von Richter Pir Abassi zu 11 Jahren Haft sowie Berufs- und Ausreiseverbot für 20 Jahre  verurteilt.  Das Gericht verhängte 10 Jahre Gefängnis wegen “Aktivitäten gege die nationale Sicherheit, inklusive Zugehörigkeit zum Zentrum der Menschenrechtsverteidiger (Center for Human Rights Defenders - CHRD)" und ein Jahre wegen "Propaganda gegen das System".
   Nasrin Sotoudeh ist eine enge Vertraute der Friedensnobelpreisträgerin, Shirin Ebadi, und hat diese als Anwältin vor Gericht vertreten. Die drakonische Strafe wirft die Frage auf: will die Regierung in Teheran die letzten noch verbliebenen Menschenrechtsverteidiger des Landes gezielt einschüchtern und  indirekt auch die Friedensnobelpreisträgerin Ebadi Shirin zum Schweigen bringen?
   Human Rights International (HRI) betrachtet Nasrin Sotoudeh als eine gewaltlose, zu Unrecht verurteilte Gefangene, die sich seit vielen Jahren für Opfer von Menschenrechtsverletzungen einsetzt. In ihrer Tätigkeit hat sie sich besonders für Menschenrechtsverteidiger/innen eingesetzt, welche wegen ihres Einsatzes für die Anerkennung grundlegender Menschenrechte ungerechtfertigt eingesperrt und in ihren Rechten eingeschränkt wurden. Weiters wurde sie bekannt als Verteidigerin von mißbrauchten Minderjährigen, denen die Hinrichtung drohte. Sotoudeh unterstützte außerdem die Frauen, welche bei der Unterschriftenaktion “One Million Signatures Campaign” gegen die diskriminierenden iranischen Gesetze gegenüber Frauen und im Besonderen gegen die einseitigen Rechte von Männern im Bereich Scheidung, Eherecht und Sorgerecht für Kinder, beteiligt waren.
   Im Dezember 2008 wurde Nasrin in Südtirol/Italien für ihren selbstlosen Einsatz und ihre Courage mit dem "HRI-Peis für Menschenrechte" geehrt.

 11.01.2011

 

 

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